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Meldung

Mit Bestürzung und in Trauer gibt die Eugen Jochum-Stiftung bekannt, dass ihre Gründerin und Stiftungsvorsitzende Veronica Jochum von Moltke, Tochter des Dirigenten Eugen Jochum, am 24. Juni 2026 verstorben ist.

In einem hier auszugsweise ins Deutsch übertragenen Nachruf des New England Conservatory von Boston (10. Juli 2026) heißt es zum Tod von Veronica Jochum:

„Das New England Conservatory trauert um die Pianistin Veronica Jochum, die am 24. Juni im Alter von 93 Jahren verstarb. Jochum unterrichtete am NEC von 1965 bis 2018 über 53 Jahre hinweg und wurde 2019 in die Eröffnungsklasse der Fakultätsemeritierten gewählt. Jochum wurde in einer Berliner Künstlerfamilie geboren. Ihr Vater, Eugen, war ein international berühmter Dirigent und ihre Mutter, Maria, eine Schriftstellerin. Veronica Jochum studierte bei Josef Benvenuti in Paris und Edwin Fischer in der Schweiz, bevor sie 1959 Rudolf Serkins Einladung annahm, bei ihm am Curtis Institut of Music in Philadelphia zu studieren. (...) In ihrer ausgezeichneten Karriere trat Jochum mit vielen der weltweit bekanntesten Künstlern und Ensembles auf, darunter die Cellisten Colin Carr und Natalja Gutman, die Geiger Joseph Silverstein, Arnold Steinhardt und Masuko Ushioda sowie das Borromeo String Quartet (...), die Berliner Philharmoniker, das Boston Symphony Orchestra und das Philharmonic Orchestra London. Jochum machte bemerkenswerte Aufnahmen mit Werken von Beethoven, Brahms, Mozart, Clara und Robert Schumann und hob zahlreiche Kompositionen aus der Taufe, darunter Werke von solch geachteten Komponisten wie Osvaldo Golijov und … Gunther Schuller, dessen zweites Klavierkonzert für sie geschrieben worden war. (...) Jochum heiratete 1961 in eine aristokratische deutsche Familie hinein. Ihr Mann, der Architekt und Harvard-University-Professor Wilhelm „Willo“ von Moltke, war 1937 aus dem nationalsozialistischen Deutschland geflohen. Er starb 1987. Willos Bruder Helmuth, ein Rechtsanwalt, war im deutschen Widerstand aktiv und wurde von den Nazis 1945 hingerichtet. (…)"

Die Stiftung wird das Andenken an sie und ihren Vater bewahren.

Auch aus diesem Grund wird die Website der Eugen Jochum-Stiftung überarbeitet.

Die Eugen Jochum Stiftung

Die Stiftung widmet sich dem Nachlass des Orchesterleiters und Dirigenten Eugen Jochum (1902–1987) und fördert begabte junge Dirigenten in ihrer Entwicklung.

Die Eugen Jochum Stiftung wurde im Jahr 2011 von seinen Töchtern Veronica Jochum von Moltke und Romana Jochum gegründet und verfolgt wissenschaftliche wie ideell-künstlerische Ziele.

Zum einen soll der Nachlass Eugen Jochums (1902–1987) – seine Partituren, Briefe und umfangreichen Aufzeichnungen sowie seine Bibliothek – geordnet und der Forschung zugänglich gemacht werden. Dazu zählt auch der Nachlass seiner Frau Maria Jochum, geb. Montz (1903–1984), die nicht nur den Lebensweg Eugen Jochums als Partnerin mitprägte, sondern sich bereits vor ihrer Ehe als Schriftstellerin und Dichterin einen Namen gemacht hat.

Die Musikwissenschaftlerin Dr. Renate Ulm hat mit der Arbeit an einer umfangreichen Biographie Eugen Jochums begonnen, sichtet in diesem Zusammenhang die Primärquellen und verschafft sich einen Überblick über die Dokumentenlage zu Eugen Jochum. Dabei wird sie von der Stiftung intensiv unterstützt.

Zum anderen will die Eugen Jochum Stiftung begabte junge Dirigenten fördern, die mit dem Eugen-Jochum-Preis ausgezeichnet werden.

Die Mitarbeit in der Stiftung erfolgt ehrenamtlich und bedarf daher der ideellen wie materiellen Unterstützung von privater Seite wie von Institutionen. Spenden für die Stiftung sind herzlich erbeten, immer willkommen und steuerlich absetzbar.