Meldung
Mit Bestürzung und in Trauer gibt die Eugen Jochum-Stiftung bekannt, dass ihre Gründerin und Stiftungsvorsitzende Veronica Jochum von Moltke, Tochter des Dirigenten Eugen Jochum, am 24. Juni 2026 verstorben ist.
Der Publizist Prof. Eberhard Görner ehrte sie am 14. Juli 2026 in der Münchner Christkönigkirche im Anschluss an das Requiem für Veronica Jochum von Moltke mit den Worten:
Sehr geehrte Trauergemeinde,
verehrte Freunde von Veronica,
Ihnen allen Dank, dass sie den Weg hierher gefunden haben, um einer außergewöhnlichen Künstlerin und großen, vom humanistischen Geist geprägten Frau zu gedenken. Sie schöpfte die Kraft für ihren nicht immer einfachen Lebensweg aus ihrem tiefen Gottesglauben.Veronica Jochum von Moltke begegnete ich zum ersten Mal am 3. Dezember 1987 in den USA. Im Auftrag des Fernsehens der DDR war ich nach Boston gereist, um mit Freya von Moltke über den Briefwechsel zu sprechen, den sie Ende 1944/Anfang 1945 mit ihrem im Gefängnis in Berlin Tegel inhaftierten Mann Helmuth James Graf von Moltke geführt hatte. Der evangelische Gefängnisseelsorger Pfarrer Harald Poelchau hatte diese Briefe aus dem Gefängnis geschmuggelt. Er gehörte selbst seit 1941 dem Kreisauer Kreis an.
Als mich Freya von Moltke am Flughafen in Boston begrüßte, sagte sie: „Wir fahren nach Cambridge zu Veronica Jochum von Moltke, zum Gray Gardens 14. Dort werden Sie übernachten, um am nächsten Morgen mit mir nach Norwich, im Bundesstaat Vermont weiterzureisen.“
Diese Nacht bleibt mir unvergessen. Veronica zeigte mir meine Schlafstätte und meinte, kurz angebunden, sie hätte keine Zeit für Gespräche, weil sie Klavier spielen müsse. Dieses stand im Keller. In der Hand hielt sie ein Notenheft mit Klavierkompositionen von Robert Schumann aus der Edition Peters Leipzig. Es wurde mein erstes Klavierkonzert mit Veronica. An Schlaf war nicht zu denken, liegt doch Schumanns Geburtshaus in Zwickau nur 18 km westlich entfernt von meinem Geburtsort, Niederwürschnitz im Erzgebirge. Ich fühlte mich, von Veronicas Schumann-Klavierspiel umhüllt, im fremden Boston geborgen. Ich fühlte mich zu Hause.
Sehr geehrte Trauergemeinde, die Handschrift von Veronica Jochum von Moltke war so groß und klar wie ihr Charakter. Ich habe von ihr nur Briefe und Faxe bekommen, von Hand geschrieben – und darin war kein Komma zu viel!
Veronica hatte ein feines Gespür dafür, wem sie ihre Nähe schenkte. Freya von Moltke war ihre wichtigste Vertrauensperson und Ratgeberin. Freya muss sich auf ihre Fragen nach meiner Person positiv geäußert haben, denn die Türen in Cambridge und in München, sie öffneten sich für mich seit Dezember 1987 bis zum 17. Juni dieses Jahres, als ich sie – sieben Tage vor ihrem Tod – anrief, um zu fragen, wie es ihr gehe und ob ich bei ihr am 23. Juni übernachten könne, denn ich hatte eine Einladung nach München zum Deutschen Film-Friedenspreis DIE BRÜCKE.
Mit brüchiger Stimme erwiderte sie:
„Komm vorbei, Du weißt doch, Du kannst hier immer übernachten.“
Wir hatten ein langes Gespräch, denn Veronica wusste nicht, dass ihr bester Freund, Prof. Dr. Hans Maier, am 8. Juni die Münchener Erde verlassen hatte, worauf sie mir stockend, aber ausführlich erzählte, dass er eine glückliche Ehe mit seiner Frau Adelheid geführt habe, die sie jetzt im Himmel wieder vereint. Ich habe nur zugehört, Veronicas Atem ging schwer, nicht mehr so leicht wie früher, wenn sie in ihrem schönen Garten, verziert mit Musik spielenden Putten, den Rosen mit kühlem Wasser den Durst löschte.
Veronica war der Erde und ihrem vibrierenden Wandel verbunden, die sie im Sinne Goethes als „ein großes, lebendiges, in ständigem Ein- und Ausatmen begriffenes Wesen“ empfand. Ich zitiere Goethe:
„Im Atemholen sind zweierlei Gnaden
die Luft einziehen, sich ihrer entladen:
jenes bedrängt, dieses erfrischt;
so wunderbar ist das Leben gemischt.
Du danke Gott, wenn er dich presst,
und dank ihm, wenn er dich wieder entlässt.“Danken wir Gott auch für die Musik, diesem Gottesgeschenk, dem tief berührenden Erlebnis, wenn Veronica Jochum von Moltke mit dem Orchestre National de France unter dem Dirigat ihres Vaters in Paris das Klavierkonzert op. 54 von Robert Schumann spielte. Wenn diese CD erklingt, aufgenommen in der Salle Pleyel in Paris, am 14. Mai 1982, erinnert sie mich an Thomas Mann, an seine Vision:
„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit …“
Daraus wollten wir für eine Biografie schöpfen. Sie erzählte mir:
„Als ich am 6. Dezember 1932 in Berlin geboren wurde, war mein Vater Dirigent in der Berliner Funkstunde. Meine Mutter, geborene Montz, war der Überzeugung, dass sie für die Sprache geboren sei. Die Sprache sei ihr eigentliches Medium. Sie hat in ihrem Leben wunderbare Gedichte geschrieben, weil sie überzeugt war: Wir können das alles, weil wir wach, lebendig von heute und morgen sind. Eine Sicht, die auch mein Leben geprägt hat.“
Als Eugen Jochum 1934 Generalmusikdirektor in Hamburg wurde, wechselte Veronica mit ihren Eltern ihren Wohnsitz von Berlin nach Hamburg. Sechs Jahre später beschloss die Familie, dass Frau Maria Jochum mit Veronica und ihren beiden jüngeren Geschwistern, Romana und Andreas, Hamburg zum Schutz vor den einsetzenden Bombenangriffen verlassen sollte. Sie zogen nach Oberbayern an den Waginger See und erwarben 1941 ein Haus in Wolkersdorf. Dort verbrachte Veronica ihre Kindheit, bevor es nach dem Krieg wieder zurück nach Hamburg ging.
1949 zog die Familie nach München. Eugen Jochum hatte vom Bayerischen Rundfunk den Auftrag erhalten, das Bayerische Rundfunkorchester zu gründen und aufzubauen. Unter seiner Leitung erlangte es Weltruhm. Veronica trat in das von den Englischen Fräulein geleitete Maria-Ward-Gymnasium Nymphenburg ein. Nach dem Abitur begann sie mit ihrer Ausbildung als Konzertpianistin an der Musikhochschule in München, gleichzeitig bei Edwin Fischer in Berlin und zum Abschluss bei Josef Benvenuti in Paris. Während dieser Zeit gab sie bereits mehrere Konzerte an verschiedenen Festspielorten in Deutschland und in der Schweiz.
Im Jahr 1955 musste sie das Todesdrama ihres geliebten Bruders Andreas erleiden, der an einem Blinddarmdurchbruch starb. Der Todestag von Andreas war der 14.7., also auch der Tag der Trauerfeier heute, an den Veronica immer gedacht hat.
1959 erhielt Veronica von dem weltberühmten Konzertvirtuosen Rudolf Serkin die ehrenvolle Einladung in die USA, um sich bei ihm und am Curtis Institute of Music in Philadelphia als Konzertpianistin weiter zu vervollkommnen. In Serkins Haus begegnete sie dessen engem Freund, dem Architekten und Stadtplaner Wilhelm Viggo Graf von Moltke, einem Bruder des Widerstandskämpfers Helmuth James Graf von Moltke. Das Paar heiratete standesamtlich 1961 in Philadelphia. Die kirchliche Trauung im Kreise der Familie folgte wenige Monate später in Deutschland, in der altehrwürdigen Abteikirche Maria Laach nahe Koblenz. Eine zehntägige Hochzeitsreise führte sie zu den romanischen Kirchen in Frankreich.
Die ersten drei Ehejahre (1961 bis 1964) verbrachte sie mit ihrem Mann in Venezuela, wo dieser mit dem Aufbau des neuen Stadtteils Ciudad Guyana in Caracas beauftragt war. Veronica gab großartige Klavierkonzerte. Zurück in Boston wurde Willo, wie ihr Mann in der Familie genannt wird, zum Professor an der Harvard University in Cambridge, von 1964–1977, und Veronica wurde zur Professorin an dem hochangesehenen New England Conservatory of Music berufen. Ihre Tätigkeit an dem Conservatory übte sie bis ins hohe Alter von 88 Jahren aus.
Freundschaften entstanden, darunter auch zu Leonard Bernstein. Seine Rundfunkparade für Erwachsene über klassische Musik inspirierte Veronica. Sie gestaltete 1985 im Bayerischen Rundfunk die Rundfunkreihe „Notenschlüssel“ für Kinder mit und erklärte ihre Lieblingskomponisten Clara und Robert Schumann – gespielt, geschrieben, gesprochen von Veronica Jochum von Moltke. Denn für MUSIK und SPRACHE lautete ihr Lebenscredo:
„Ich kann nur sehen, was ich weiß. Ich kann nur hören, was ich weiß!“
Was für ein erfülltes Leben, was für eine Kraft auf den internationalen Bühnen, mit den Berliner Philharmonikern, mit dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam, mit dem Sinfonieorchester Boston, mit dem Sinfonieorchester Detroit. Und nicht zu vergessen, Veronicas Leben war auch ein Leben unzähliger Flugstunden zwischen Boston und München, denn in der Brunhildenstraße 2 wartete auf Veronica ihre Schwester Romana. Mit dem Tod ihres Vaters, Eugen Jochum, am 26. März 1987, waren beide Töchter verwaist! Wenige Monate nach dem Vater starb ihr geliebter Mann in Cambridge.
1987 gründete Veronica die Eugen-Jochum-Gesellschaft e.V. und ermöglichte deren Herausgabe des Buches „Eugen Jochum“ mit der wiederveröffentlichten CD „Erzähltes Leben“. Wann immer ich in fast 50 Jahren die Freude und die Ehre hatte, im Hause von Veronica und Romana zu Gast zu sein, schwebte ein Name durch den Raum: Romano Guardini, der große Religionsphilosoph. Als enger Freund von Eugen Jochum übernahm er die Patenschaft für dessen jüngste Tochter, die in Verehrung für ihn auf den Vornamen Romana getauft wurde.
Die Weisheit des alttestamentarischen Propheten Kohelet, vor allem dessen Aufforderung zu religiöser Ruhe, wurde – das kann ich bezeugen – im Hause Jochum in höchster Bescheidenheit gelebt, in dem Bewusstsein, dass Gott den Menschen an seine Vergänglichkeit erinnere. Der Prophet findet dafür die Worte:
„Jetzt erkannte ich: Alles, was Gott tut, geschieht in Ewigkeit. Man kann nichts hinzufügen und nichts abschneiden und Gott hat bewirkt, dass die Menschen ihn fürchten. Was auch immer geschehen ist, war schon vorher da, und was geschehen soll, ist schon geschehen und Gott wird das Verjagte wieder suchen.“
Im Anschluss an die Dreharbeiten für unseren Kino-Dokumentarfilm „RUHEN IN DER ZEIT“ im Kloster Waldsassen, wo Veronica im Refektorium des Klosters ein Mozart-Klavierkonzert gab, erfüllte ich im Jahr 2008 Veronica gerne ihren Wunsch, gemeinsam nach Eger zu fahren, zu dem Haus, in dem Rudolf Serkin am 28. März 1903 als fünftes von acht Kindern im Königreich Böhmen geboren worden war. Das werde ich nicht vergessen: Veronica stand strahlend und glücklich vor der Serkin-Gedenktafel. Ein Bild dankbarer Erinnerung.
Zum 100. Geburtstag von Eugen Jochum haben wir 2002 im Auftrag des Bayerischen Rundfunks ein 45-minütiges Filmporträt produziert: EUGEN JOCHUM – EINE HOMMAGE. In Vorbereitung auf den Film hat Veronica noch einmal reflektiert, wie viel Zeit und Kraft es sie gekostet hatte, um als Pianistin dem künstlerischen Anspruch ihres Vaters zu genügen. Er war ein Perfektionist und kritisch, wenn sie ihm vorspielte. Der väterliche Kommentar war hart:
„Fischer spielt es so und Backhaus spielt es so – warum Du nicht?“
Veronicas künstlerisches Selbstbewusstsein rettete Rudolf Serkin mit der Aufforderung:
„In deiner Bewunderung für deinen Vater hast Du gar nicht gemerkt, wer Du selber bist!“
Nach einem Jahr kam Eugen Jochum nach Philadelphia und Veronica spielte ihm eine Komposition von Schumann vor. Sie spielte so gut – Zitat – „dass meinem Väterchen zwei Tränen über die Wange rollten, als er sagte: ‚Jetzt hast Du es geschafft!‘“ Und die Kritiker bestätigten sie „als eine Institution am Klavier“ (Leipziger Volkszeitung). „Eine großartige Pianistin“ lobte die New York Times und die Süddeutsche Zeitung sah sie als „die letzte Grande Dame des Klaviers!“ Die deutsche Bundesregierung ehrte sie 1994 mit dem Bundesverdienstkreuz für ihre Verdienste um das Musikleben.
Was mich, verehrte Trauergemeinde, an Veronica Jochum von Moltke faszinierte: Mit ihrer pianistischen Kunst blieb sie stets auf dem Boden der Realität. Hochmut und Arroganz, das waren für sie Fremdwörter. Sie war den Menschen in Toleranz ein Leben lang verbunden.
Veronica Jochum von Moltke, ihre familiäre Verbindung zum Widerstand gegen das Nazi-Regime, diesem Erbe ist sie auch künstlerisch treu geblieben in Aufführungen von Musik, die dem Frieden und der Versöhnung verbunden waren. Dazu gehört Messiaens „Quatuor pour la fin du temps“, das am Ort des Stammlagers Stalag VIII A in Görlitz spielte, wo es während der Gefangenschaft des Komponisten entstanden und uraufgeführt worden war.
Und unvergessen ihre Klavierkonzerte im polnischen Krzyzowa, dem früheren Kreisau, wo Helmuth James von Moltke in dem von seinem Vater errichteten Berghaus den Kreisauer Widerstandskreis gegen das Nazi-Regime gründete, heute eine internationale Begegnungsstätte, in der sich die Jugend Europas zusammenfindet und wo Veronica eine Lesung von Christa Wolf aus ihrem Roman „Kindheitsmuster“ musikalisch umrahmte. Veronica Jochum von Moltke hat den Berliner Trägerverein, die Freya von Moltke Stiftung und die The Krzyzowa Kreisau Foundation mit hohen Zuwendungen finanziell unterstützt.
Am 26. März 2011 gründete Veronica gemeinsam mit ihrer Schwester Romana die Eugen Jochum Stiftung, mit dem Ziel, wie sie mir sagte, Kunst und Kultur für nachfolgende Generationen zu fördern. Die Stiftung hat sich bisher auf die Vergabe des Eugen-Jochum-Preises an sechs von Veronica ausgewählte junge, aufstrebende Dirigentinnen und Dirigenten konzentriert und an die Musikwissenschaftlerin Frau Dr. Renate Ulm den Auftrag für eine Eugen-Jochum-Biographie erteilt.
Ein ungeheuerlicher Schicksalsschlag war für Veronica der Tod ihrer 82-jährigen Schwester Romana am 8. August 2020. Sie hatte sich für ihren Umzug von Cambridge nach München vorbereitet und im Elternhaus bauliche Maßnahmen veranlasst, um das räumliche Zusammenleben mit ihrer Schwester zu optimieren. Romana hatte sehr am Leben gehangen, ermutigt durch die Worte in der Matthäuspassion:
„Wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
Kraft deiner Angst und Pein.“Veronica, Professor Dr. Hans Maier und seine Frau Adelheid, Lothar Schacke und viele andere, die Romana verehrten, haben sie auf ihrem letzten Weg auf dem Nymphenburger Friedhof begleitet. Im Familiengrab ruhen neben Romana auch ihre Eltern, Maria und Eugen Jochum, ihr Bruder Andreas, ihre Tante Hanne Montz und nun auch Veronica.
Im Hause Brunhildenstraße 2 bin ich oft jungen Künstlern aus allen möglichen Ländern begegnet, denen Veronica Jochum von Moltke Obdach und Gastfreundschaft zukommen ließ, bis die Studenten eine eigene Unterkunft fanden. Veronica und ihr Vater Eugen Jochum waren große Verehrer der Komposition „MISSA SOLEMNIS“ von Ludwig van Beethoven. Eine musikalische Botschaft, die sie beide als Bitte um inneren und äußeren Frieden verstanden. Mit ihrem Musikverständnis gelang es der Familie Jochum, religiöse Gefühle zu wecken, zu festigen und der Unruhe in der Welt entgegenzuwirken.
Möge Veronicas unvergessliche Persönlichkeit und musikalische Präsenz uns alle weiterhin inspirieren und uns Mut im Leben schenken. Heute erinnern wir uns gemeinsam an die wundervollen Momente, die wir mit ihr geteilt haben. Lassen Sie uns Veronicas Vermächtnis, das Vermächtnis der Familie Jochum, für alle Zeiten in Ehren halten!
In einem hier auszugsweise ins Deutsche übertragenen Nachruf des New England Conservatory von Boston (10. Juli 2026) heißt es zum Tod von Veronica Jochum:
„Das New England Conservatory trauert um die Pianistin Veronica Jochum, die am 24. Juni im Alter von 93 Jahren verstarb. Jochum unterrichtete am NEC von 1965 bis 2018 über 53 Jahre hinweg und wurde 2019 in die Eröffnungsklasse der Fakultätsemeritierten gewählt.
Jochum wurde in einer Berliner Künstlerfamilie geboren. Ihr Vater, Eugen, war ein international berühmter Dirigent und ihre Mutter, Maria, eine Schriftstellerin. Veronica Jochum studierte bei Josef Benvenuti in Paris und Edwin Fischer in der Schweiz, bevor sie 1959 Rudolf Serkins Einladung annahm, bei ihm am Curtis Institute of Music in Philadelphia zu studieren. (…)
In ihrer ausgezeichneten Karriere trat Jochum mit vielen der weltweit bekanntesten Künstler und Ensembles auf, darunter die Cellisten Colin Carr und Natalja Gutman, die Geiger Joseph Silverstein, Arnold Steinhardt und Masuko Ushioda sowie das Borromeo String Quartet (…), die Berliner Philharmoniker, das Boston Symphony Orchestra und das Philharmonic Orchestra London.
Jochum machte bemerkenswerte Aufnahmen mit Werken von Beethoven, Brahms, Mozart, Clara und Robert Schumann und hob zahlreiche Kompositionen aus der Taufe, darunter Werke von solch geachteten Komponisten wie Osvaldo Golijov und … Gunther Schuller, dessen zweites Klavierkonzert für sie geschrieben worden war. (…)
Jochum heiratete 1961 in eine aristokratische deutsche Familie hinein. Ihr Mann, der Architekt und Harvard-University-Professor Wilhelm „Willo“ von Moltke, war 1937 aus dem nationalsozialistischen Deutschland geflohen. Er starb 1987. Willos Bruder Helmuth, ein Rechtsanwalt, war im deutschen Widerstand aktiv und wurde von den Nazis 1945 hingerichtet. (…)“
Die Stiftung wird das Andenken an sie und ihren Vater bewahren.
Auch aus diesem Grund wird die Website der Eugen Jochum-Stiftung überarbeitet.
Die Eugen Jochum Stiftung
Die Stiftung widmet sich dem Nachlass des Orchesterleiters und Dirigenten Eugen Jochum (1902–1987) und fördert begabte junge Dirigenten in ihrer Entwicklung.
Die Eugen Jochum Stiftung wurde im Jahr 2011 von seinen Töchtern Veronica Jochum von Moltke und Romana Jochum gegründet und verfolgt wissenschaftliche wie ideell-künstlerische Ziele.
Zum einen soll der Nachlass Eugen Jochums (1902–1987) – seine Partituren, Briefe und umfangreichen Aufzeichnungen sowie seine Bibliothek – geordnet und der Forschung zugänglich gemacht werden. Dazu zählt auch der Nachlass seiner Frau Maria Jochum, geb. Montz (1903–1984), die nicht nur den Lebensweg Eugen Jochums als Partnerin mitprägte, sondern sich bereits vor ihrer Ehe als Schriftstellerin und Dichterin einen Namen gemacht hat.
Die Musikwissenschaftlerin Dr. Renate Ulm hat mit der Arbeit an einer umfangreichen Biographie Eugen Jochums begonnen, sichtet in diesem Zusammenhang die Primärquellen und verschafft sich einen Überblick über die Dokumentenlage zu Eugen Jochum. Dabei wird sie von der Stiftung intensiv unterstützt.
Zum anderen will die Eugen Jochum Stiftung begabte junge Dirigenten fördern, die mit dem Eugen-Jochum-Preis ausgezeichnet werden.
Die Mitarbeit in der Stiftung erfolgt ehrenamtlich und bedarf daher der ideellen wie materiellen Unterstützung von privater Seite wie von Institutionen. Spenden für die Stiftung sind herzlich erbeten, immer willkommen und steuerlich absetzbar.